Kirchenmusik Dreikönig e. V. - Frankfurt am Main

Förderverein für Kirchenmusik in der Ev.-luth. Dreikönigsgemeinde Frankfurt am Main
Association to Promote Church Music in the Community Union of the Three Kings Church (Ev.-luth. Dreikönigskirche)

Dreikönigskirche Frankfurt am Main

500 Jahre Reformation

Johann Sebastian Bach: MESSE IN H-MOLL, BWV 232

Sonntag, 09.04.2017, 18 Uhr,
Dreikönigskirche Frankfurt am Main

Die MESSE IN H-MOLL von Johann Sebastian BACH gilt als eines der gewaltigsten Werke der Musikgeschichte. Sie ist Bachs einzige Vertonung des vollständigen Ordinarium Missae mit den fünf feststehenden Teilen der altkirchlichen Liturgie und zugleich das "opus ultimus", das letzte seiner Vokalwerke. Diese große Messe offenbart sich als Zusammenfassung der Vokalkunst Johann Sebastian Bachs, in der die differenzierte Vielfalt der liturgischen Teile auf höchstem kompositorischen Niveau und mit allen Mitteln virtuosen Musizierens meisterhaft nachgezeichnet ist.

Mit der h-moll-Messe resümiert Bach die kompositorische und geistige Substanz seiner Musik als Vermächtnis für die Nachwelt. Mit dieser Vertonung der lateinischen Liturgie kam zu Palmarum eines der bis heute populärsten und gewaltigsten Werke geistlicher Musik des christlichen Abendlandes zur Aufführung und es wird mit Sicherheit auch zukünftig - auch weit über das Luther-Jahr 2017 hinaus - das musikinteressierte Publikum in seinen Bann ziehen und begeistern.

Frankfurter Neue Presse vom 11.04.2017: "... die Messevertonung schlechthin ... an renommierter Stelle am Mainufer ... Es war ein Konzert im Rahmen des Gedenkjahres "500 Jahre Reformation", das - gemessen an Aufführungen wie dieser - hoffentlich so bald nicht zu Ende gehen wird. ..."
© 2017 Frankfurter Neue Presse (Matthias Gerhart)

Johann Sebastian Bach
MESSE IN H-MOLL, BWV 232

Verena Gropper, Sopran
Anne Bierwirth, Alt
Georg Poplutz, Tenor
Markus Flaig, Bass
Kurt-Thomas-Kammerchor
Telemann-Ensemble Frankfurt
Leitung: Andreas Köhs

Schirmherrin: Stadträtin Dr. Ina Hartwig,
Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main


 

Johann Christian Friedrich Schneider: Missa in a (1815)
- Frankfurter Erstaufführung

Sonntag, 18.09.2016, 18 Uhr,
Dreikönigskirche Frankfurt am Main

Der Kurt-Thomas-Kammerchor Frankfurt beging im letzten Jahr sein 20-jähriges Bestehen und widmete sich in seinem aktuellen a-cappella-Programm dem kompositorischen Schaffen barocker und romantischer Meister und stellte darunter erneut in besonderer Weise sehr selten zu hörende musikalische Kostbarkeiten vor.

Eröffnet wurde das Konzert mit der früher Johann Sebastian Bach zugeschriebenen klangvollen doppelchörige Motette „Lob und Ehre und Weisheit und Dank“ von Georg Gottfried Wagner (1698-1756). Wagner war Thomaner an der Thomasschule in Leipzig unter Johann Kuhnau und Johann Sebastian Bach und hatte später als Kantor an der Johanniskirche in Plauen einen guten Ruf als Komponist und versierter Musiker zahlreicher Instrumente.
Mittelpunkt des Konzertes war die 1815 komponierte - jedoch in Vergessenheit geratene - doppelchörige Missa in a-moll von Johann Christian Friedrich Schneider (1786-1853), der als Komponist mit einem sehr umfangreichen Schaffen und Organist an der Leipziger Thomaskirche sowie Leiter der Singakademie und Universitätsmusikdirektor zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des damaligen Leipziger Musiklebens avancierte und zu Lebzeiten, zuletzt als Herzoglich-Anhalt-Dessauischer Hofkapellmeister, sehr hohes Ansehen genoss. Seine späteren Messvertonungen, verknüpft mit der seinerzeit hohen Wertschätzung reiner Vokalmessen und der engen Verzahnung von Solo- und Chorgesang, waren – wie die nun aufgeführte achte Messe Schneiders aus dem Jahre 1815 – ein Ergebnis seines Wirkens als Leiter der Leipziger Singakademie.
Dreikönigskantor Andreas Köhs brachte zudem in Ergänzung des Vokalprogrammes mit Praeludium und Fuge d-moll, op. 56,2 eines der seltener zu hörenden Orgelwerke Max Regers auf der Schuke-Orgel der Dreikönigskirche zu Gehör.
Im zweiten Programmteil waren Motetten zweier Komponisten aus der weitverzweigten Komponistenfamilie BACH, Johann Bach (1604-1673), einem Großonkel, und Johann Christoph Bach (1642-1703), dem Cousin des Vaters des berühmten Johann Sebastian Bach zu hören. Darüber hinaus standen das Abendlied, op. 69,3 von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) und vier Motetten der „Acht geistlichen Gesänge“, op. 138, von Max Reger (1873-1916) als Hommage an den großen Meister im Jahr seines 100. Todestages auf dem Programm.

Mit diesem aktuellen a-cappella-Programm des Kurt-Thomas-Kammerchores blieb Dreikönigskantor Andreas Köhs konsequent seinem Bestreben treu, dem interessierten Konzertpublikum auch weniger häufig aufgeführte musikalische Kostbarkeiten vorzustellen. Mit der Darbietung der Messvertonung Friedrich Schneiders gelang dies darüber hinaus erneut mit einer Frankfurter Erstaufführung.

Johann Christian Friedrich Schneider (1786-1853)
Messe a-moll für zwei vierstimmige Chöre
a cappella
(Frankfurter Erstaufführung)
Motetten von
Georg Gottfried Wagner (1698-1756),
Johann Bach (1604-1673),
Johann Christoph Bach (1642-1703),
Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901),
und Max Reger (1873-1916) (zum 100. Todestag)

Kurt-Thomas-Kammerchor
Telemann-Ensemble Frankfurt
Leitung: Andreas Köhs


 

Traditionelles Orgelkonzert zu Bachs Todestag in der Dreikönigskirche
– in Memoriam Helmut Walcha


Prof. Helmut Walcha

Donnerstag, 28.07.2016, 19 Uhr
Dreikönigskirche Frankfurt am Main

Das Kriegsende 1945 brachte für die Kirchenmusik an der Dreikönigskirche einen völligen Neuanfang. Alle großen Innenstadtkirchen lagen in Schutt und Asche. Lediglich die neugotische Kirche am Sachsenhäuser Ufer war nur wenig zerstört und konnte bald wieder hergerichtet werden. Damit rückte die Dreikönigskirche zum ersten Mal in ihrer Geschichte in den Blickpunkt des kirchlichen und vor allem des kirchenmusikalischen Lebens in der Stadt Frankfurt am Main. Der Dreikönigsgemeinde kam damit eine übergemeindliche Bedeutung zu. In dieser Verantwortung wurde der Kirchenmusik als unschätzbarem Ausdruck christlichen Glaubens und christlicher Kulturwerte besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Gemeindevorstand berief mit Professor Kurt Thomas und Professor Helmut Walcha zur Neuordnung des kirchenmusikalischen Lebens einen eigenen Kantor und Organisten. Seit Ostern 1947 fanden an Samstagen regelmäßig die Orgelvespern in der Dreikönigskirche statt, die auch heute noch ihren festen Platz im wöchentlichen Kalender der Dreikönigskirche haben.

Der im Alter von sechzehn Jahren erblindete Helmut Walcha erwarb sich als Bachinterpret Weltruf. Herausragend waren seine Orgelkonzerte im Bachjahr 1950. 1947 und 1971 spielte er das Gesamtorgelwerk Johann Sebastian Bachs ein.

Anlässlich seines 50. Geburtstages wurde Helmut Walcha 1957 von der Stadt Frankfurt am Main die Goethe-Plakette als Würdigung für sein künstlerisches Wirken verliehen.

Ein weiteres Zeichen der Anerkennung war der Plan des Magistrats, eine neue Orgel in der Dreikönigskirche errichten zu lassen, die nun völlig den Intentionen Helmut Walchas entsprechen sollte. Diese mechanische Orgel, eines der klangschönsten Instrumente des Rhein-Main-Gebietes, wurde von der Berliner Orgelbaufirma Karl Schuke gebaut, 1961 festlich eingeweiht und zwischenzeitlich im Jahre 2003 renoviert und modernisiert.

Helmut Walcha galt als profunder Kenner früh- und hochbarocker deutscher Orgelkompositionen, der neben der Einspielung des Gesamtorgelwerkes von Bach auch viele Partituren Bachs und Händels und darüber hinaus auch eigene Choralvorspiele herausgab.

Mit einem großen Bach-Programm verabschiedete sich Helmut Walcha von seinem Konzertpublikum mit seinem letzten Orgelkonzert am 21. Mai 1981.

Als Hommage an Helmut Walcha und gleichsam als Ausdruck der großangelegten traditionellen Pflege der Musik von Johann Sebastian Bach an der Dreikönigskirche brachte dessen Nachfolger im Amt, Dreikönigskantor Andreas Köhs, wie bereits anlässlich der Feierlichkeiten der Dreikönigsgemeinde zum 100. Geburtstages Walchas am 27. Oktober 2007, das originale Programm des Abschiedskonzertes von Professor Helmut Walcha vom 21. Mai 1981 anlässlich des Gedenkens an dessen 25. Todestag († 11. August 1991) zu Gehör.

Das Konzert wurde außerdem als Benefizkonzert zugunsten von Essensgutscheinen für Bedürftige veranstaltet und erbrachte für diesen guten Zweck 685 Euro.

Dreikönigskantor Andreas Köhs spielte in diesem Benefiz-Konzert auf der von Professor Helmut Walcha konzipierten großen Schuke-Orgel der Frankfurter Dreikönigskirche folgende Werke von
Johann Sebastian Bach (1685-1750):

Fantasie und Fuge g-moll, BWV 542
„Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“, BWV 655
Toccata und Fuge C-Dur, BWV 564
„An Wasserflüssen Babylon“, BWV 653b
Passacaglia c-moll, BWV 582
„Schmücke dich, o liebe Seele, BWV 654
Praeludium und Fuge Es-Dur, BWV 552


 

Rundfunkgottesdienst zum Karfreitag
"Das Kreuz ist nicht das Ende deines Weges" in der Dreikönigskirche

Karfreitag, 25.03.2016, 10 Uhr
Dreikönigskirche Frankfurt am Main
hr4-Rundfunkgottesdienst zum Karfreitag „Das Kreuz ist nicht das Ende deines Weges“

Der diesjährige hr4-Rundfunkgottesdienst zum Karfreitag fand in der Evangelisch-lutherischen Dreikönigskirche Frankfurt am Main statt.

Der Radiogottesdienst an Karfreitag stand unter dem Motto: „Das Kreuz ist nicht das Ende deines Weges“. Gemeindemitglieder berichteten von Erfahrungen, wo sie selbst oder ihre Mitmenschen schwere Wege im Leben gehen mussten. Sie hörten in der Leidensgeschichte von Jesus eigene Erfahrungen mit. Sie erzählten auch, wie sie im Glauben und im gemeinsamen Singen Zuversicht finden.  Pfarrer Martin Vorländer nahm diese Erlebnisse auf in seine Predigt über die Geschichte der Kreuzigung Jesu,  wie sie das Markusevangelium erzählt.

Musikalischer Mittelpunkt des Gottesdienstes war die Kantate von Dietrich Buxtehude (1637-1707) „Herzlich thut mich verlangen“, BuxWV 42. Die musikalische Leitung hatte Kantor Andreas Köhs, der auch die Orgel spielte. Es musizierten Gabriele Hierdeis (Sopran), Nobuko Yamaguchi (Violine), Barbara Hefele (Violine) und Petra Köhs (Violoncello).         


 

20 Jahre Kurt-Thomas-Kammerchor - Jubiläumskonzert

ORATORIENKONZERT - REQUIEM

Sonntag Allerheiligen,  01.11.2015, 17 Uhr
Dreikönigskirche Frankfurt am Main

In diesem 2. Jubiläumskonzert des Kurt-Thomas-Kammerchores zu seinem 20-jährigen Bestehen stand als Höhepunkt die seltener zu hörende meisterhafte Requiem-Vertonung des Haydn-Schülers und Mozart-Freundes Joseph Eybler (1765-1846) REQUIEM in c-moll (1803) in einer Frankfurter Erstaufführung auf dem Programm. Der Chor folgte damit der guten Tradition seines künstlerischen Leiters, Dreikönigskantor Andreas Köhs, besondere - oft zu Unrecht vergessene - musikalische Kostbarkeiten und Meisterwerke einzustudieren und dem interessierten Frankfurter Konzertpublikum vorzustellen.

Das in Wien als Auftragswerk von Maria Theresa, die Gattin des Kaiser Franz II., entstandene Requiem Eyblers verkörpert die damals gelebte höfische Pracht und beeindruckt die Zuhörer in hohem Maße durch umfangreiche instrumentale Besetzung und teilweise doppelchöriges Arrangement. Joseph Eybler war Hofkapellmeister in Wien, genoss hohe Anerkennung in der Wiener Musikwelt, so auch im Hause Mozarts, so dass Mozarts Witwe Constanze zunächst ihn als erstes beauftragte, das unvollendete Requiem des viel zu früh verstorbenen Musikgenies zu vollenden. Mozarts Kompositionen hinterließen bei Eybler eine solch tiefgreifende Empfindung, dass auch in seinem eigenen Requiem kompositorische Ähnlichkeiten zu Mozart anklingen.

Dreikönigskantor Andreas Köhs führt seit über 20 Jahren regelmäßig Kantaten von Johann Sebastian Bach auf, zwischenzeitlich mehr als 75 – sowohl im Rahmen von Kantatengottesdiensten als auch in Konzerten – und setzt damit die kirchenmusikalische Tradition der Dreikönigskirche auf hohem Niveau fort, so auch mit der Aufführung der zum Requiem thematisch passenden Kantate „Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir“, BWV 131, die er dem Requiem voranstellt.

Als weitere musikalische Kostbarkeit ist eine Motette von Johann Schelle (1648-1701) zu hören. Schelle war Vorvorgänger Bachs im Amt des Thomaskantors und vertonte 1684 in einer fünfstimmigen Motette die Dichtung des Leipzigers Paul Thymich „Komm, Jesu, komm“, die später Johann Sebastian Bach als Grundlage seiner berühmten Motette BWV 229 diente.

Kantoren der Leipziger Thomaskirche wirkten nicht nur als Chorleiter, sondern brachten ihre eigenen Kompositionen in das Amt ein und prägten damit ein besonderes Musikerbe der im Jahre 1212 begründeten Knabenchortradition, in der Johann Sebastian Bach (Thomaskantor von 1723 bis zu seinem Tode 1750) unübertroffene Maßstäbe setzte. Dennoch schufen auch seine Vorgänger und Nachfolger im Amt einzigartige Werke der Chorliteratur. Einige bemerkenswerte Werke hatte der Kurt-Thomas-Kammerchor bereits in seinem viel beachteten 1. Jubiläumskonzert im Juni 2015 als a-cappella-Programm vorgestellt.

Der Kurt-Thomas-Kammerchor gehört zu den besten Konzertchören in Frankfurt am Main und kann unter der künstlerischen Leitung von Andreas Köhs seit 20 Jahren auf viel beachtete Aufführungen großer Werke der Chorliteratur – sowohl Oratorien und Passionen wie auch a-cappella-Vokal-Werke – insbesondere in der Frankfurter Dreikönigskirche zurückblicken.

www.kurt-thomas-kammerchor.de

Plakat Download

Frankfurter Neue Presse vom 30.10.2015:
Kurt-Thomas-Kammerchor
Aufnahme nur nach Vorsingen

... Den Kurt-Thomas-Kammerchor der Dreikönigskirche gibt es nun schon seit 20 Jahren. Gegründet wurde er von Kantor Andreas Köhs. Am Sonntag gibt es ein Jubiläumskonzert mit Werken von Bach, Schelle und Eybler – mit hohem Anspruch und jenseits des „musikalischen Mainstreams“.
...
Als Dreikönigskantor Andreas Köhs vor 20 Jahren den Kurt-Thomas-Kammerchor gründete, wollte er in der Auswahl seines Konzertprogrammes flexibler werden, „unerhörte“ klassische Musik und Komponisten aufnehmen, die von seinen Sängerinnen und Sängern eine profunde sängerische Qualifikation voraussetzen. ... Auch zu seinem Jubiläum hat sich der Kammerchor in der Dreikönigskirche ein ambitioniertes Programm vorgenommen ....
© 2015 Frankfurter Neue Presse (Gernot Gottwals)